… über die Rietzschke, Kohl, Goethe und Napoleon

[Im Neustädter Markt Journal, Heft Juni und September 1995 erschienen.]

Historisches über die Rietzschke

Rietzschke.1860

die Rietzschke auf einem Leipziger Stadtplan, um 1860

Wo soll denn hier eine ,,Rietzschke“ fließen?

Einem aufmerksamen Betrachter des Leipziger Stadtplans fällt der merkwürdig gewundene Verlauf von Wurzner und Kohlgartenstraße, dem Rabet und dem unteren Teil der Hermann-Liebmann-Straße auf. Der Straßenverlauf entspricht der Lage der alten, durchschnittlich 200 Meter breiten Rietzschkenaue. Unbebaute Talreste sind noch heute der Elsapark, das Gebiet am Bernhardiplatz und natürlich der teilweise sichtbare Bachlauf zwischen Zuckelhausen und Sellerhausen im Leipziger Osten.
Wegen zwar aufwendiger, aber zum Teil unsachgemäßer Verrohrung der Rietzschke sind heute viele Kleingärten im Bereich der Kleingartensparte ,,Rietzschkenaue“ (Sellerhausen) überflutet.
Auch so manche feuchte Keller in den Häusern eingangs der Eisenbahnstraße oder der Konstantinstraße erinnern heute noch an die Nähe zum einstigen Rietzschketal.

Weiterlesen

Leipzig-Schönefeld, August 1988

Der westliche Teil des Hauses Robert-Blum-Straße 5 war das einzigste noch vorhandene Gebäude Schönefelds aus der Zeit vor der Völkerschlacht (Oktober 1813, siehe auch Artikel …über ein Soldatengrab).

Im Jahr 1988 konnte man noch gut die Einschüsse der Kanonenkugeln aus der Zeit der Völkerschlacht sehen – zum Teil waren sogar noch Kugeln im Mauerwerk zu sehen …

Das Haus wurde in den 90er Jahren abgerissen, heute befinden sich auf diesem Areal Häuser für betreutes Wohnen.

L.-Schönefeld, Robert-Blum-Str. 5

L.-Schönefeld, Robert-Blum-Str. 5

… über ein Neustädter Soldatengrab

[Der Text stammt aus einem Manuskript vom Schönefelder Stadtchronisten Ernst Wohlrath, dass er mir im Jahr 1987 freundlicherweise zur Verfügung gestellt und einem im Neustädter Markt Journal, Heft Nr. 26 im November 1993, ab Seite 6 erschienen Artikel.]

Historische Betrachtung über ein Neustädter Soldatengrab
Hist-54Auf der Neustädter Seite der Eisenbahnstraße wurden die ersten Wohnhäuser im Jahr 1887 errichtet. Beim Bau des Hauses Nr. 57 (heutige Bezeichnung) stieß man damals, von den Zeitungen fast unerwähnt, auf ein altes Soldatengrab. Kurz und knapp stand in der „Leipziger Vorstadt-Zeitung” am 27. August 1887 dazu folgender Artikel:
„Auf dem Solbrigschen Bauplatz, Ecke Eisenbahn- und Hedwigstraße, stieß man gestern gegen Abend beim Abgraben von Sand in einer Tiefe von etwa einem halben Meter auf ein Grab, welches vier Skelette enthielt; außerdem fand sich noch eine Kanonenkugel mittleren Kalibers vor. Ohne Zweifel stammen diese Überreste noch aus den Befreiungskriegen.“
Das erwähnte Grab stammte also aus den Tagen der Völkerschlacht bei Leipzig und bietet die Gelegenheit, zwischen 18.0ktober (180. Jahrestag der Schlacht) und 17. November (Bußtag), einmal über diese Zeit im Leipziger Gebiet nachzudenken. Weiterlesen