… über die Rietzschke, Kohl, Goethe und Napoleon

[Im Neustädter Markt Journal, Heft Juni und September 1995 erschienen.]

Historisches über die Rietzschke

Rietzschke.1860

die Rietzschke auf einem Leipziger Stadtplan, um 1860

Wo soll denn hier eine ,,Rietzschke“ fließen?

Einem aufmerksamen Betrachter des Leipziger Stadtplans fällt der merkwürdig gewundene Verlauf von Wurzner und Kohlgartenstraße, dem Rabet und dem unteren Teil der Hermann-Liebmann-Straße auf. Der Straßenverlauf entspricht der Lage der alten, durchschnittlich 200 Meter breiten Rietzschkenaue. Unbebaute Talreste sind noch heute der Elsapark, das Gebiet am Bernhardiplatz und natürlich der teilweise sichtbare Bachlauf zwischen Zuckelhausen und Sellerhausen im Leipziger Osten.
Wegen zwar aufwendiger, aber zum Teil unsachgemäßer Verrohrung der Rietzschke sind heute viele Kleingärten im Bereich der Kleingartensparte ,,Rietzschkenaue“ (Sellerhausen) überflutet.
Auch so manche feuchte Keller in den Häusern eingangs der Eisenbahnstraße oder der Konstantinstraße erinnern heute noch an die Nähe zum einstigen Rietzschketal.

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… über den Consum-Verein

[Im Neustädter Markt Journal, Heft Nr. 32 im Oktober 1994 auf Seite 10 ff. erschienen.]

Historische Nachlese zu einem „Consum“-DoppeIjubiIäum

Hist-64,,KONSUM, was soll’s?!“ –
Manche mögen abwinken und denken dabei an Schlangestehen, Mangel- waren, leere Regale, Kino-KONSUM in der Eisenbahnstraße, KONSUM-Marken …   Aber, KONSUM ist nicht nur den meisten vertraute Nachkriegsgeschichte und erst recht nicht eine DDR-Erfindung, in zeitweiligen Ausartungen vielleicht. An einem der wenigen verregneten Wochenenden im Juni dieses Jahres feierte der Leipziger KONSUM auf der Rennbahn im Scheibenholz sein 110jähriges Gründungsjubiläum. Weiterlesen

L.-Neuschönefeld, im Juni1988

L.-Neuschönefeld, Ernst-Thälmann-Straße, 1988

L.-Neuschönefeld, Ernst-Thälmann-Straße, im Juni 1988

Ernst-Thälmann-Straße (heute Eisenbahnstraße), Südseite im Abschnitt zwischen der Neustädter Straße stadtauswärts Richtung Hermann-Liebmann-Straße, diesmal auf ORWO NP15 (Schwarzweiß-Film) fotografiert.

L-Nsf_EThStr_06.88Bildausschnitt mit Kino „Wintergarten“ und  „Broilerbar OST“

 

… über ein Neustädter Soldatengrab

[Der Text stammt aus einem Manuskript vom Schönefelder Stadtchronisten Ernst Wohlrath, dass er mir im Jahr 1987 freundlicherweise zur Verfügung gestellt und einem im Neustädter Markt Journal, Heft Nr. 26 im November 1993, ab Seite 6 erschienen Artikel.]

Historische Betrachtung über ein Neustädter Soldatengrab
Hist-54Auf der Neustädter Seite der Eisenbahnstraße wurden die ersten Wohnhäuser im Jahr 1887 errichtet. Beim Bau des Hauses Nr. 57 (heutige Bezeichnung) stieß man damals, von den Zeitungen fast unerwähnt, auf ein altes Soldatengrab. Kurz und knapp stand in der „Leipziger Vorstadt-Zeitung” am 27. August 1887 dazu folgender Artikel:
„Auf dem Solbrigschen Bauplatz, Ecke Eisenbahn- und Hedwigstraße, stieß man gestern gegen Abend beim Abgraben von Sand in einer Tiefe von etwa einem halben Meter auf ein Grab, welches vier Skelette enthielt; außerdem fand sich noch eine Kanonenkugel mittleren Kalibers vor. Ohne Zweifel stammen diese Überreste noch aus den Befreiungskriegen.“
Das erwähnte Grab stammte also aus den Tagen der Völkerschlacht bei Leipzig und bietet die Gelegenheit, zwischen 18.0ktober (180. Jahrestag der Schlacht) und 17. November (Bußtag), einmal über diese Zeit im Leipziger Gebiet nachzudenken. Weiterlesen

L.-Neuschönefeld, im August 1987

L.-Neuschönefeld, Ernst-Thälmann-Straße, 1987

L.-Neuschönefeld, Ernst-Thälmann-Straße, 1987

Ernst-Thälmann-Straße (heute Eisenbahnstraße), Südseite im Abschnitt zwischen der Neustädter Straße stadtauswärts Richtung Hermann-Liebmann-Straße, fotografiert mit ORWO COLOR NC19 (Farbnegativ-Film).

87-08_detBildausschnitt mit dem legendären Kino „Wintergarten“ und der ebenfalls für seine Grillhähnchen-Qualität legendären „Broilerbar OST“ im/am Gebäude des ehemaligen Restaurants „Bergschlößchen“, Mitte der 90er Jahre abgerissen.

Neuschönefeld, Mai 1978

gleicher Blick wie bei Bild Neuschönefeld, 1975

Der Flächenabriss der alten Häuser im Bereich Neuschönefeld ist im Mai 1978 bereits weit vorangeschritten.

L.-Nsf_1978-05

Leipzig-Neuschönefeld, Mai 1978.
Blick vom Rabet (Reudnitz) durch die Melchiorstraße zur Ernst-Thälmann-Straße (heute wieder Eisenbahnstraße)

… über den Geschichtenschreiber

[Im Neustädter Markt Journal, Heft Nr. 23 im Juli 1993 auf Seite 8 ff. erschienen.]

Ein paar Worte über den Geschichtenschreiber …

Harald

vom Neustädter Markt-Journal und wie seine Familie im Leipziger Osten wohnte.

Obwohl meine Frau und ich bereits seit 1972 verheiratet waren, dauerte es noch bis zum September 1975, bis wir unsere ersten eigenen vier Wände beziehen konnten. Zu dem Zeitpunkt war uns dann fast jede Wohnung recht – sicher ist es vielen so gegangen, die zu DDR-Zeiten nicht die erforderlichen „Beziehungen“ hatten. Und – es war doch nicht alles gut im realen Sozialismus zu DDR-Zeiten, wie so manche heute meinen, die das aber meistens gar nicht erlebt haben.

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… über die Heilig-Kreuz-Kirche in Neustadt-Neuschönefeld

Kirche Zum Heiligen Kreuz, Leipzig-Neustadt, 1989

[Texte aus einem Manuskript vom Herbst 1988 zu  Vorträgen in der Kirchgemeinde und als Artikel in den Heften Februar und August 1993 sowie April 1994 im Neustädter Markt Journal erschienen.]

Von den Anfängen der Kreuzgemeinde zu Leipzig Neustadt-Neuschönefeld

Zur Kreuzkirchgemeinde gehören Gemeindemitglieder aus den Leipziger Stadtteilen Neustadt, Neuschönefeld und eines Teils von Reudnitz.

Der Nordwestzipfel von Reudnitz als ein Teil dieses Kreuzgemeinde-Territoriums gehört dem alten Ort Reudnitz an, einem der ältesten Orte im Leipziger Osten. Sein Name deutet auf eine slawische Siedlung hin, die bereits 1248 erstmals erwähnt wurde. Der innerhalb von Reudnitz gelegene, 1525 erstmalig genannte Ortsteil Tütschendorf, der heute nur noch Historikern bekannt ist, läßt auf ein slawisch-deutsches Neben- und Miteinander in früher Siedlungszeit schließen.

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… über die Gemeinde Neuschönefeld

[Im Neustädter Markt Journal, in den Heften März und Mai 1996 erschienen.]

Historische  Nachlese zum 150. Jubiläum der Gemeinde Neuschönefeld

historische und heutige Lage von Neustadt/ Neuschönefeld innerhalb der Leipziger Ostvorstadt

historische und heutige Lage von Neustadt/ Neuschönefeld innerhalb der Leipziger Ostvorstadt

Die ersten Zeilen zu diesem Beitrag entstanden an einem trüben und feuchtkalten Novemberwochenende des Jahres1995.

Eine passende Einstimmung, um über das heutige Leipzig-Neuschönefeld nachzudenken ?

In einer kleinen Analyse soll es hier aber zuerst um das Gemeindegebiet, die Gemeindegründung,
den Ortsnamen, die ersten Einwohner und nicht zuletzt um die besonderen Beziehungen zur späteren Nachbargemeinde Neustadt gehen.

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