… über Badegelegenheiten in Neustadt / Neuschönefeld

[Im Neustädter Markt Journal, Heft Nr. 13, September 1992 auf den Seiten 2 bis 5 erschienen unter dem Titel:]

Historisches    … über Badegelegenheiten in unserer Gegend

Als ich am 21. Juli [1992] die ersten Zeilen dieses Beitrages schrieb, zeigte das Außenthermometer bei uns hier an der Eisenbahnstraße 37,1° C.
Heiße Tage hat es sicher auch in den vorigen Jahrhunderten gegeben. Vielleicht war es bei der offenen Bebauung damals nicht so drückend heiß wie heute in den engen Straßenschluchten unserer Stadt.
Im vorigen Jahrhundert hatten die Vorort-Wohnungen in der Regel kein fließendes Wasser. Alles benötigte Wasser musste mit dem Eimer vom Brunnen auf dem Hof oder in der Nachbarschaft geholt werden.
Die Badelustigen aus unserer Gegend sind da sicher lieber nach Schönefeld zum Rohrteich (die Rohrteichstraße erinnert heute noch daran) oder zu den Parthe-Flussbädern gegangen. Weiterlesen

Leipziger Thomaskirche, im Oktober1974

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Leipzig, Thomaskirche Ostseite, Okt. 1974

Eine scheinbare Alltagsaufnahme von der Thomaskirche in Leipzig im Oktober 1974? Nein, nicht ganz: an der Außenmauer des östlichen Chorraums hatte über Nacht jemand ein Atomkriegsgegner-Symbol mit weißer Farbe deutlich sichtbar angebracht. Und dieses Symbol war vom Marktplatz aus sehr gut zu sehen.

Unter den Jugendlichen (auch) in der DDR war dieses Zeichen ein beliebtes Symbol, um die Ablehnung von Krieg und Wettrüsten zum Ausdruck zu bringen. Mein Motorrad-Sturzhelm war auch demgemäß rot/weiß eingefärbt. Weiterlesen

Abschied von der DDR-Mark, 1. Juli 1990

Hermes-TK.1990Wenn ich heute mal in meinen alten HERMES-Taschenkalender aus dem Jahr 1990 blättere, dann ist unter dem Datum vom 1. Juli nur der kurze Eintrag:

Währungsunion, Geld abholen

zu finden.
Im Prinzip musste man als DDR-Bürger einfach vorher die Umtauschsumme auf ein Konto eines DDR-Geldinstituts (Sparkasse, Postbank) in Mark der DDR einzahlen und konnte sie dann ab dem 1. Juli 1990 in Deutscher Mark wieder abheben.

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Leipziger Mondlandschaften (2), März 1981

Die „Mondlandschafts“-Bilder habe ich damals direkt an der F95 am Ende der Ortslage Markkleeberg-Großstädteln aufgenommen.

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im Süden von Leipzig, der Tagebau Espenhain an der F95,
März 1981

Man konnte von der Fernverkehrsstraße beim Vorüberfahren direkt in den Braunkohlen-Tagebau Espenhain und die stetig wachsenden Abraumhalden hineinschauen. Ursprünglich war sogar vorgesehen, dass dieser Tagebau nach einem Rechtschwenk auch das gesamte Naherholungsgebiet Oberholz bei Großpösna mit schlucken sollte.

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im Süden von Leipzig, totes Land im Tagebau Espenhain,
März 1981

Zum Glück konnte diese Landschaft nach der Wende aufwändig saniert werden, heute befindet sich hier auch der Markkleeberger See.
Damals war eine solche Zukunft fast undenkbar.

aufgenommen mit Exa 1a, Domiplan 50 mm auf ORWO s/w-Film NP15

Leipziger Mondlandschaften, März 1981

Nach dem harten Winter 1978/79 wurde der Anteil der rekultivierten Braunkohlen-Tagebauflächen im Süden der DDR immer kleiner.
Auf dem Bild ein Teil der typischen, schier endlosen toten Abraumflächen des Braunkohlen-Tagebaus Espenhain an der B2 bei Markkleeberg-Großstädteln vor den Toren der Stadt Leipzig.

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Leipziger Süden, Abraumhalden bei Großstädteln,
März 1981

Zum Glück konnte diese Landschaft nach der Wende aufwändig saniert werden, heute befindet sich hier auch der Markkleeberger See.
Damals war eine solche Zukunft fast undenkbar.

aufgenommen mit Exa 1a, Domiplan 50 mm auf ORWO s/w-Film NP15

grenzwertige Ost-Ortslage, August 1978

Auf dem Bild grenzen die alten Ortslagen von Volkmarsdorf, Neuschönefeld und Neustadt an der Hermann-Liebmann-Straße aneinander.

L.-Ost, Straßenszene an der Hermann-Liebmann-Straße, August 1978

L.-Ost, Straßenszene an der Hermann-Liebmann-Straße, August 1978

Unmittelbar vor dem Fototermin am 28. August 1978 war die Litfaßsäule auf dem kleinen Platz gerade frisch plakatiert worden: Sigmund Jähn war an diesem Tag als erster Deutscher in einer sowjetischen Sojus-Kapsel ins Weltall gestartet. Bemerkenswert auch der Kontrast zwischen den ehernen (SED-)Losungen am Gebäude rechts und dem Zustand der Häuser, der Straße und der Straßenbahnschienen (Linie 22 nach Thekla). Weiterlesen

Leipzig, Pusteblumen-Brunnen, 1974 vs. 2014

An einem trüben und regnerischen Tag im Oktober 1974 habe ich von der Katharinenstraße aus ein Foto von einer der drei im Jahr 1972 auf dem Sachsenplatz aufgestellten „Pusteblumen“-Brunnen-Edelstahlplastiken aufgenommen.

L., Pusteblume am Sachsenplatz, Oktober 1974

L., Pusteblume am Sachsenplatz, Oktober 1974

In der Vorweihnachtszeit des letzten Jahres habe ich ebenfalls an einem regnerischen Tag ein Bild von den jetzt auf dem Richard-Wagner-Platz vor der Fassade der „Blechbüchse“ (jetzt: Höfe am Brühl) aufgestellten Pusteblumen-Brunnen gemacht.

L., weihnachtlich verkleidete Pusteblumen am Richard-Wagner-Platz, Dezember 2014

L., Pusteblumen am Richard-Wagner-Platz, Dezember 2014

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L.-Neuschönefeld ,,Salon Sanssouci“, 1975

Kurz nach Gründung der selbstständigen Gemeinde Neuschönefeld (1845) wurde bereits zu Beginn des Jahres 1851 der erste Tanzsaal eröffnet. Das dazugehörige Haus lag gegenüber vom damaligen Gemeindeamt und der Tanzsaal hieß zunächst nach dem Besitzer ,,Rübners Salon“, später ,,Salon Sanssouci„. Dieses Grundstück trug die Flurbuch-Nr. 190 und die Brandkataster-Nr. 167.

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L.-Neuschönefeld, Otto-Runki-Str. 18 ,
Panorama Ballhaus ,,Klein Sanssouci“, 1975

Das hier gezeigte Panoramabild habe ich aus zwei Einzelbildern mit Photoshop Elements 11 zusammengefügt.
aufgenommen mit Exa 1 a, Lydith 30 mm,
ORWO S/W-Negativfilm NP 27 Weiterlesen

L.-Neuschönefeld ,,Zum Bergschlößchen“, 1989

L.-Neuschönefeld, Grundstück "Bergschlößchen", im Nov. 1989

L.-Neuschönefeld, Grundstück „Bergschlößchen“,
Ernst-Thälmann-Str. 56 im Nov. 1989

Auf dem Grundstück der Eisenbahnstraße Nr. 56 wurde im Mai 1851 die erste Schankwirtschaft der Gemeinde Neuschönefeld mit der Bezeichnung ,,Zum Bergschlößchen” eröffnet. Das Grundstück trägt die Flurbuch.-Nr. 57 und die Brandkataster-Nr. 83 von Neuschönefeld. Das Bild (rechts) wurde von der heute aufgehobenen Melchiorstraße aus aufgenommen.

Moritz Weißbach schreibt in der Geschichte der Gemeinde Neuschönefeld, 1891 darüber:
,,Im Mai desselben Jahres [1851] war der zweite, von Gottfr. Gräfe erbaute Saal ,,Zum Bergschlößchen“ fertiggestellt. Für das ,,Tanzhalten“ wurden Bestimmungen geschaffen, wonach nur aller vier Wochen getanzt werden durfte, so dass jeder Inhaber nur alle zwei Monate seinen Saal benutzen lassen konnte.“ Weiterlesen

Orientierungskarte alt – neu, Leipziger Osten

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Meilenblätter von Sachsen 1802, Ausschnitt Leipzig-Ost

Zur besseren Orientierung habe ich eine ältere Karte der Leipziger Umgebung [Friedrich Ludwig Aster: Leipzig. Blatt 19 aus: Meilenblätter von Sachsen 1802, Quelle Wikipedia] mit dem heutigen Straßenverlauf [openstreetmap, aktuell 2014] verglichen und damit versucht auch für die Leipziger Ostvororte einen Bezug zum früheren Landschaftsbild herzustellen.

Damit wird auch so manche ältere Straßenbezeichnung heute verständlicher, z.B. Rabet, Kohlgartenstraße, Gerichtsweg, Rohrteichstraße, Stannebeinplatz usw. Weiterlesen