alte Brandkataster-Schilder, ein Überblick

Schaut nach den Schildern, solang es sie noch gibt …

OT.Nst-Nsf. Im heutigen Leipziger Ortsteil von Neustadt-Neuschönefeld (L-NN) habe ich noch einige der alten blauen Brandkataster-Schilder entdeckt:

21 Emaille-Schilder in Blau mit weißer Schrift,
ein Emaille-Schild sogar in Weiß mit schwarzer Schrift.

Meistens befinden sie sich an unsanierten Hauseingängen, oft verschwinden die historisch interessanten Schilder bei der Sanierung – aus meiner Sicht eine vergebene Chance !!!
Bei den 700 Häusern im Ortsteil entspricht das aktuell einem Rest-Anteil von nur noch etwa 3 % mit den alten Schildern. Weiterlesen

Marie und Bruno in Gohlis (VI.), 1905-09

Regine21alt… Verwirrendes aus Gohlis

Am 1. April des Jahres 1905 war Umzugstag der Familie  Stein mit ihren Kindern von der Johann-Georg-Straße in die 6. Gohliser Wohnung in der Marienstraße. Die neue Wohnung war „etwas vornehmer“, aber mit zwei Zimmern, Kammer und Küche doch recht eng. Sie kostete 350 Mark Jahresmiete.
Am 3. November 1905 wurde Marianne Herta Stein, als 7. Kind von Marie und Bruno Stein , hier in der Marienstraße 11 geboren. In verschiedenen Aufzeichnungen oder auf Postkarten wird aber auch eine Wohnung in der Reginenstraße 11 und der Reginenstraße 21 genannt. Und dazu immer in der zweiten Etage. Merkwürdig.
Ein Schreibfehler – wo haben sie denn nun genau gewohnt? Weiterlesen

Marie und Bruno in Gohlis (V.), 1903-05

… Umzug in die Gohliser Johann-Georg-Straße

Bothe2-16

Im Jahr 1903 musste wieder einmal umgezogen werden, die Jahresmiete in der Schachtstraße 4 war mit 400 Markeinfach zu hoch gewesen für die junge sechs-köpfige Familie Stein. Es musste eine billigere Wohnung gesucht werden. Schließlich wurde eine kleinere Wohnung in einer Gohliser Randlage an der Stadtgrenze zu Möckern, am Bahnhof Gohlis-Möckern in der Johann-Georg-Straße 2 (heute: Bothestraße 2) gefunden. Der damalige Straßenname bezog sich auf den sächsischen Prinzen Johann Georg, nach dem seinerzeit auch die Militär-Kaserne in Möckern benannt worden war.
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Blaue Schilder im Leipziger Osten (2.)

Entdeckungen in Neuschönefeld
L_Nst-Nsf-15d

Auf der Suche nach Brandkataster-Schildern südlich der Eisenbahnstraße habe ich neulich das eine und andere entdeckt.
Aber, was hat dieser Kanaldeckel mit den Brandkataster-Nummern von Leipzig-Neuschönefeld zu tun und um welchen Kanal geht es hier überhaupt unter der Melanchtonstraße im Leipziger Osten?
Das sind Entdeckungen, die ich so nebenbei gemacht habe und die schon wieder nach neuen Erkundungen ,,riechen“ …

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Marie & Bruno in Gohlis (1896-1903)

Stadtplan.1903_Gohlis-02m… Umzug in die Gohliser Schachtstraße  1 und 4

Nachdem sich, wie berichtet, bei meinen Urgroßeltern Marie und Bruno Stein wieder Nachwuchs angekündigt hatte, sind sie im Frühjahr 1896 von der damaligen Blumenstraße in die nahegelegene Schachtsche Straße Nr. 1 (ab 1897 Schachtstraße) und ein Jahr später in die Nr. 4 umgezogen. Der Straßenname wies übrigens nicht auf bergbauliche Aktivitäten hin; der sozial engagierte Leipziger Kaufmann Georg Schacht hatte bei seinem Tod im Jahr 1858 verfügt, dass aus seinem Nachlass eine Stiftung für bedürftige Gohliser Bürger finanziert wurde.

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Märzenschnee 2016

Über Nacht vom 29. Februar auf den 1. März hat es in Leipzig geschneit.
Hier am Botanischen Garten im Südosten der Stadt sind fast 10 cm nasser Neuschnee gefallen.

Maerzenschnee-16
Da haben die ersten zarten Elfen-Krokusse (Crocus tommasinianus) wie man sieht einen schweren Stand – aber, wie heißt es in einer alten Bauernregel:
,,Märzenschnee und Jungfernpracht halten oft nur eine Nacht.“

aufgenommen mit
Sony A57 und Objektiv Tamron 17-50 Di II SP: F 7,1, 1/250 s, 30 (45) mm, ISO200
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Weihnachts-Nachlese, 2015

… über ein Messeabenteuer aus dem Jahr 1999

1999_TitelMit 8 oder 9 Jahren habe ich zum Geburtstag ein kleines Taschenbuch aus dem Kinderbuchverlag Berlin bekommen, das von einem abenteuerlichen Besuch auf der Leipziger Messe im Jahr 1999 handelte. Ich fand das Buch damals sehr unterhaltsam, auch ein paar Illustrationen von einem meiner Lieblingszeichner Erich Schmitt waren mit drauf und drin. Irgendwann in der 1960er Jahren ist das Buch dann verschwunden – wie auch immer.
Kurz vor der Jahrtausendwende habe ich mich nochmals an diese Geschichte erinnert und mich gefragt, was denn nun im Jahr 1999 Realität geworden ist. Aber, leider war das Buch nirgends zu bekommen.
Aber, große Überraschung …       🙂    😉

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Akten-Einsichten (Neustadt 2)

GRProtokolle_1885dGeschäftsbericht Neustadt bei Leipzig zum Jahr 1885

Neustadt bei Leipzig war ganze neun Jahre (von 1881 bis 1889) eine selbständige Gemeinde und hat als solche natürlich auch interessante jährliche Geschäftsberichte der Gemeindeverwaltung verfasst und herausgegeben. Die Geschäftsberichte liegen heute im Stadtarchiv Leipzig vor und wurden damals zum Teil auch im Reudnitzer Tageblatt, als Amtsblatt der Gemeindevorstände und Gemeinderäte zu Reudnitz, Neustadt, Anger-Crottendorf und Neusellerhausen (allerdings in deutscher Fraktur, siehe rechts) abgedruckt.
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Silvester in L.-Neustadt, 1980

… schöne Silvester-Aussichten vor 35 Jahren in Leipzig-Neustadt

1980_01In der Schulze-Delitzsch-Straße 16 wohnten wir damals in einer kleinen und engen 24 m² Mansarden-Wohnung direkt unterm Dach.
So unterm Dach war es im Sommer manchmal kaum auszuhalten: da hatten wir oft mehrere Tage und Nächte Temperaturen von über 30° C in der Wohnung. Naja und im Winter, wenn es wie im Winter 78/79 richtig knackig kalt draußen war, dann funkelten an der Zimmerdecke die Eiskristalle von der gefrorenen Atemluft.
Aber, wir hatten bei Sonnenschein, zum Somnenuntergang und bei Gewitter einen interessanten Ausblick über die Dächer (und Antennenwälder) Leipzigs – oder am Silvestertag
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Eisenbahnstraße, 1925 vs. 2015

… vor 90 Jahren in Leipzig-Neustadt

eisenbahnstr.1925dIm Jahr 1986 habe ich von einem guten Bekannten, der in der damaligen Ernst-Thälmann-Straße gewohnt hatte, eine alte Postkarte zum Kopieren erhalten.
Die Qualität des Ausgangsmaterials als gelaufene Postkarte war nicht sooo toll, auch die (fast) händische Beschriftung „Leipzig, Eisenbahnstr.“ fühlt sich mehr nach Amateur an.
Einen von mir handschriftlich mit Anmerkungen versehenen Abzug hatte ich 1987 im Stadtarchiv gegen die Nennung der Aktenbezeichnungen mit den Bauunterlagen der Kreuz-Kirche, L.-Neustadt eingetauscht. Weiterlesen